Verursacher ist der Pilz Erysiphe, der etwa 230 Pflanzenarten befällt. Unter den Kulturpflanzen sind vor allem Chicorée, Gurken, Melonen, Kürbisse, Tabak, Sonnenblumen, Erbsen, Rüben, Paprika und Tomaten betroffen.

Mehltau der Gurke

Vor allem in der zweiten Hälfte der Vegetationsperiode entstehen auf allen oberirdischen Pflanzenteilen, insbesondere aber auf den Blattspreiten, weiße mehlartige Flecken, die sich allmählich vergrößern und zusammenhängende weiße Beläge bilden.

Befallene Pflanzenteile wachsen langsamer, vergilben und vertrocknen. Stark befallene Pflanzen sterben ab. In Ausnahmefällen befällt der Mehltau auch die Früchte. Diese sind dann unterschiedlich deformiert und erreichen keine volle Qualität.

Es handelt sich um eine schwere Krankheit, insbesondere bei anfälligen Sorten von Gewächshausgurken und in manchen Jahren auch bei Freilandgurken und Kürbissen.
Optimale Bedingungen für das Auftreten und die Ausbreitung der Krankheit sind eine niedrige oder schwankende Luftfeuchtigkeit, höhere Temperaturen (über 20 Grad), schnelles Pflanzenwachstum (Stickstoffüberschuss) und Lichtmangel (dichter Pflanzenbestand).

Mehltau an Tomaten und Paprika

Der Erreger des Tomatenmehltaus ist der Pilz Oidium lycopersici, der hauptsächlich auf der Oberseite der Blätter weiße mehlartige Flecken verursacht, die sich allmählich vergrößern und zusammenhängende Beläge bilden. Befallene Pflanzenteile wachsen langsam, vergilben und vertrocknen. Die Krankheit wird durch sanftes, aber häufiges Besprühen der Blätter eingedämmt.

Beim Paprikamehltau ist der Erreger der Pilz Leveillula taurica, der durch die Spaltöffnungen in die Pflanzen eindringt. Im Vergleich zu anderen Mehltauarten parasitiert dieser Pilz auch im inneren Gewebe. In wärmeren Regionen Europas und Asiens befällt er Paprika, Tomaten, Kartoffeln, Gurken, Kürbisse und Olivenbäume.

Die ersten Symptome sind verstreute gelbe Flecken auf der Oberseite der Blätter, während die Unterseite von einem feinen weißen Belag bedeckt ist. Befallene Blätter fallen sehr schnell ab.

Mehltau an Karotten und Petersilie

Ähnlich wie bei Gurken entstehen auf allen oberirdischen Pflanzenteilen weißliche mehlartige Beläge des Erregers. Am stärksten sind die Oberseiten der Blätter befallen. Durch die Schädigung der Epidermiszellen verfärben sich die betroffenen Pflanzenteile grau-grün. Auf den Belägen des Pilzes entstehen später sehr kleine Fruchtkörper (ca. 0,1 mm), wodurch sich die Farbe des Belags von rein weiß zu gräulich verändert. Befallene Blätter bleiben kleiner und entwickeln sich langsamer. Befallene Pflanzen sind von gedrungenem Wuchs und liefern kleinere, minderwertige Wurzeln. Beim Befall von Samen kommt es zu einem sehr deutlichen Rückgang des Ertrags und vor allem der Samenqualität. Diese Form des Befalls verursacht die größten Schäden.

Früher war Mehltau ein seltener Krankheitserreger. Der Verzehr von mehltauinfiziertem Gemüse kann bei Nutztieren sogar Koliken verursachen. Zu den Wirtspflanzen gehören unter anderem auch Fenchel, Pastinake, Anis, Koriander, Dill und Sellerie.

Massives Auftreten erfolgt insbesondere während trockener und heißer Sommer. Die Verbreitung der Krankheit wird durch wechselnde Luftfeuchtigkeit und Überdüngung mit Stickstoff begünstigt.

Indirekter Pflanzenschutz:

Räumliche Isolierung von Beständen der Wurzelgemüse gegenüber anderen Wirtspflanzen, Vermeidung von Stickstoffüberdüngung, tiefe Bodenbearbeitung (Pflugfurche), konsequente Beseitigung von Pflanzenresten. Eine geeignete Bewässerung und ausgewogene Nährstoffversorgung begrenzen das Auftreten von Mehltau und fördern die Regeneration der Pflanzen.